Pressemitteilung
Bürgerinitiative Herten-Nord
Bürgerwille setzt sich durch – Danke an die Hertenerinnen und Hertener
Mit großer Freude und Dankbarkeit nimmt die Bürgerinitiative Herten-Nord die heutige Entscheidung des Rates der Stadt Herten zur Kenntnis. Der Rat ist dem Bürgerbegehren „Herten-Langenbochum – Einzelhandel an der Feldstraße“ gefolgt und hat damit den Weg für einen kostspieligen und polarisierenden Bürgerentscheid überflüssig gemacht.
Dieser Erfolg gehört nicht der Bürgerinitiative allein. Er gehört vor allem den vielen tausend Hertenerinnen und Hertenern, die sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der Fläche an der Feldstraße eingesetzt haben. Fast 4.000 Menschen haben in kurzer Zeit deutlich gemacht, dass sie sich Gehör verschaffen wollen und bereit sind, Verantwortung für die Entwicklung ihrer Stadt zu übernehmen.
Dafür möchten wir uns von Herzen bedanken.
Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie lebendig Demokratie vor Ort sein kann. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben das Gespräch gesucht, Fragen gestellt, Hinweise gegeben und ihre Vorstellungen für die Zukunft Hertens eingebracht. Viele Menschen waren dankbar, dass ihre Sorgen und Wünsche ernst genommen wurden und dass sich engagierte Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich für ihre Interessen eingesetzt haben.
Ebenso bedanken wir uns ausdrücklich bei den Fraktionen und Ratsmitgliedern, die den Dialog mit uns gesucht haben. Die sachlichen Gespräche und der respektvolle Austausch auf Augenhöhe haben gezeigt, dass Politik und Bürgerschaft gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können. Dieses konstruktive Miteinander hat letztlich dazu beigetragen, eine Entscheidung zu ermöglichen, die von einer breiten Mehrheit getragen wird.
Unser Einsatz richtete sich dabei nie allein gegen einen Supermarkt. Im Mittelpunkt standen vielmehr die offenen Fragen zu Natur-, Klima-, Gewässer- und Hochwasserschutz, die Bedeutung der Fläche für das örtliche Landschaftsbild sowie die Frage, ob ein zusätzlicher großflächiger Einzelhandel an diesem Standort tatsächlich erforderlich ist. Die heutige Entscheidung bestätigt, dass diese Fragen berechtigt waren und ernst genommen werden mussten.
Mit dem heutigen Beschluss endet jedoch nicht unser Engagement für die Zukunft unserer Stadt.
Die Bürgerinitiative wird sich auch künftig konstruktiv in die Diskussion um die Entwicklung des Hertener Nordens einbringen. Dazu gehört insbesondere die Frage, wie mit den weiteren Freiflächen im Bereich der Polsumer Straße und angrenzender Bereiche umgegangen werden soll.
Wir sind überzeugt, dass Herten dringend bezahlbaren Wohnraum benötigt. Gleichzeitig halten wir es für notwendig, die richtigen Antworten auf die Herausforderungen der kommenden Jahre zu finden. Die Zukunft unserer Stadt liegt aus unserer Sicht nicht vorrangig in neuen Einfamilienhausgebieten am Stadtrand, sondern in einer intelligenten Innenentwicklung, der Aktivierung bestehender Flächenpotenziale, der Nachverdichtung geeigneter Bereiche und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum dort, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist.
Hinzu kommt, dass sich die Wohnungsnachfrage in den kommenden Jahren durch den demografischen Wandel erheblich verändern wird. Viele Wohnimmobilien werden perspektivisch durch Generationenwechsel verfügbar werden. Deshalb sollten langfristige Entscheidungen mit Weitblick getroffen werden, um unnötigen Flächenverbrauch zu vermeiden und gleichzeitig die tatsächlichen Wohnbedarfe der Zukunft zu berücksichtigen.
Die Bürgerinitiative Herten-Nord versteht sich daher nicht als Verhinderer von Entwicklung, sondern als Mitgestalter einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung.
Die heutige Entscheidung ist ein starkes Signal dafür, dass Bürgerbeteiligung funktioniert und dass demokratisches Engagement etwas bewegen kann.
Gemeinsam haben wir gezeigt, dass die Menschen in Herten bereit sind, Verantwortung für ihre Stadt zu übernehmen.
Dafür sagen wir:
Danke, Herten.
Bürgerinitiative Herten-Nord